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nde der 50er Jahre erhielt die Firma MAICO (Gebr. MAIsch und COmpagnons) aus Pfäffingen bei Tübingen einen Auftrag vom Bund über ca. 10.000 Motorräder für die Bundeswehr und den Bundesgrenzschutz.

Mit der MAICO M 250B sollten die wenig geländegängigen DKW- und Triumph-Maschinen ersetzt werden, welche ursprünglich nur für den zivilen Straßen- verkehr konzipiert waren und teilweise noch aus Vorkriegsentwicklungen stammten.

Einige Motorräder kamen später auch als Meldefahrzeuge für den landesübergreifenden Katastrophenschutz bei Bereitschaftsgruppen der Feuerwehren zum Einsatz (wie z.B. meine im Bild links)



Das Grundkonzept sollte ein geländegängiges Motorrad sein, das zwei Personen inkl. deren Ausrüstung befördern konnte und dabei eine Mindestgeschwindigkeit von 80 km/h aufbot.

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blizzard
ie bereits in der Modellpalette vorhandene MAICO Blizzard (Bild rechts) entsprach in den Grundzügen diesem Konzept und wurde daher kurzerhand als Basis für die Militärvariante übernommen.

Der Rahmen wurde an einigen Stellen abgeändert und verstärkt, die Einzelsitzbank durch eine Zweimannsitzbank ersetzt und die Auspuffanlage hochgelegt, um Fahrten durch niedriges Wasser zu ermöglichen.

Die Straßenbereifung musste einer Stollenbereifung weichen, auf dem Tank gab es einen Kasten für Kartenmaterial und zusätzlich wurden Halter am hinteren Rahmen für Taschen oder Munitionskästen verbaut.

Außerdem spendierte man ihr einen veränderten Lenker zum besseren Handling im Gelände sowie Sturzbügel, Motorschutzblech, Vergaser- und Luftfilterabdeckung und Schutzbügel für den Scheinwerfer.

Die Technik wurde bewusst einfach gehalten, damit das Motorrad auch im militärischen Feldeinsatz jederzeit mit den dort zur Verfügung stehenden Mitteln gewartet und repariert werden konnte.

Beim Motor handelt es sich um einen 250cm³ luftgekühlten Einzylinder-Zweitakter mit Umkehrspülung. Das Klauengetriebe verfügt über vier Gänge die über eine Sternscheibe und Schaltgabeln angesteuert werden. Der Primärantrieb findet über eine Doppelrollenkette statt. Der Sekundärantrieb ist über einen Kettenkasten geschützt.

Als besonderes Gimmick möchte ich noch die manuelle Ganganzeige erwähnen. Im Tachometer befindet sich eine über einen Seilzug gesteuerte Anzeigewalze, die den jeweils eingelegten Gang wiedergibt.
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Dieses Motorrad wurde 2010 im Internet bei mobile.de angeboten. Die dort gezeigten Bilder ließen anfangs ein Fahrzeug im exzellenten Zustand vermuten, der sich jedoch später bei Besichtigung nicht bestätigen ließ.

Interessant war für mich allerdings, dass dieses Fahrzeug mit Baujahr 1960 schon zu den älteren Semestern zählte und aufgrund der sehr guten Ersatzteilsituation einen kostengünstig zu restaurierenden Oldtimer darstellte.

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