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Außergewöhnliches Design, außergewöhnliche Technik und außergewöhnliche Fahreigenschaften sind Charaktere, die man bei einer MZ TS 250/1 sicherlich vergeblich sucht.

Das Design ist pragmatisch, die Technik einfach und die Fahreigenschaften wurden dem ehemaligen Einsatzgebiet gerecht - den mit konstanter Boshaftigkeit vernachlässigten Straßen der Deutschen Demokratischen Republik.

Dennoch finde ich dieses Motorrad in einer gewissen Art und Weise außergewöhnlich. Gebaut wurde sie Anfang der 70er bis Anfang der 80er, zu einer Zeit also, als im Westen Deutschlands Motorräder schon eher Freizeitobjekte als Transportmittel waren.

Als Alternative zu einem Trabant oder Wartburg - auf den man in der Regel sehr lange warten musste - war ein MZ-Motorrad quasi ein "Motorbike To Go"

Mit einer Produktionsrate von ca. 200.000 Einheiten zählt sie bis heute mit zu den am meisten produzierten Motorradmodellen in Deutschland. Dieses Motorrad hat die Bürger der DDR im wahrsten Sinnes des Wortes auf dem Laufenden gehalten. Mit einer MZ fuhr man zur Arbeit, zum Einkaufen, in die Disco und sogar in den Urlaub - von der Ostsee bis ans Schwarze Meer.

Die diesem Fahrzeug zugedachte Technik entsprach eben diesen Anforderungen. Sie sollte günstig, leicht zu warten, verschleißarm, zuverlässig und alltagstauglich sein und genau das ist sie auch - selbst nach vierzig Jahren!

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Der Motor, ein luftgekühlter 250cm³ Einzylinder-Zweitakter mit Umkehrspülung, verzichtet bauartbedingt auf Ventilspieleinstellung sowie Kühlwasser-, Motoröl- und Ölfilterwechsel. Lediglich die Zündkontakte der Hochspannungskondensatorzündung (HKZ) und die Zündkerze müssen eingestellt, ersetzt oder gereinigt werden.

Das 5-Gang-Klauengetriebe benötigt alle paar tausend Kilometer neues Getriebeöl. Der Kettenantrieb ist MZ-üblich durch zwei Kettenschläuche und einem geschlossenen Kettenkasten am Kettenrad vor äußeren Einwirkungen wie Schmutz, Nässe und Streusalz geschützt.
Gebremst wird das Gefährt über zwei Simplex-Trommelbremsen.

Auch weitere Details sind selbst für damalige Verhältnisse in der Kategorie Standard anzusiedeln: Sitzbank mit Sozius, Drehzahlmesser (nur in der Ausführung „Luxus“) sowie Anbaumöglichkeiten für Gepäcktaschen und optionaler Seitenständer.

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Alles in allem ein einfaches Motorrad mit dem es aber einen Riesenspaß macht, sich nach der Arbeit für eine Stunde den Wind um die Nase wehen zu lassen.

Das ist auch der Grund, warum ich dieses Fahrzeug gekauft und restauriert habe.


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